Herz-Kreislaufcheck an den Schweizer Gesundheitstagen

Das Team des Zentrums für Präventive Kardiologie des Inselspitals hat an den Schweizer Gesundheitstagen am 13. Juni 2023 in Bern einen Herz-Kreislauf-Check angeboten und dabei das individuelle Risiko für einen Herzinfarkt oder Schlaganfall von Parlamentarierinnen und Parlamentarier sowie von Mitarbeitenden des Bundeshaues geprüft.

Der stressige Alltag des politischen Lebens macht den gesunden Lebensstil zur Herausforderung. Gute Tipps und Angebote gäbe es zwar viele, doch wo soll man beginnen, wenn die Zeit knapp ist? Das jährliche Angebot der Schweizer Gesundheitstage zeigt den Volksvertreterinnen und -vertretern auf, wie es um ihre Gesundheit steht und wie der gesunde Lebenswandel auch im stressigen Alltag der Politik gelingen kann. Dazu haben sich die Bundesparlamentarierinnen und Bundesparlamentarier einem Gesundheitscheck unterzogen. Denn wer sich langfristig für das Wohl des Landes einsetzen will, sollte zu seiner persönlichen Gesundheit Sorge tragen.

Herz-Kreislaufkrankheiten

Herz und Kreislauf reagieren sehr sensibel auf einen ungesunden Lebensstil. Darum stand die Bestimmung des persönlichen Herz-Kreislaufrisikos auch dieses Jahr im Zentrum des Gesundheitstages für die Mitglieder des Schweizer Parlaments. Im Beratungsgespräch mit Ärztinnen und Ärzten der präventiven Kardiologie des Inselspitals erfuhren die Teilnehmenden anhand ihrer Messwerte Blutdruck, Blutfett und Blutzucker das individuelle 10-Jahres-Risiko für eine Herz-Kreislauf-Erkrankung.

Mit personalisierten Fragebögen für Frauen und Männer wurde dieses Jahr zum ersten Mal ein spezieller Fokus auf geschlechtsspezifische Unterschiede im Herz-Kreislaufrisiko gelegt, um den neuesten Entwicklungen im Bereich der personalisierten Medizin Rechnung zu tragen. Prof. Dr. med. Catherine Gebhard Bern weist darauf hin, dass der weibliche Körper in der Medizin noch immer zu wenig berücksichtigt wird. «Wir wissen, dass die Stressbelastung insbesondere bei Frauen in der Schweiz zugenommen hat. Parallel ist das Herzinfarkt-Risiko bei jüngeren Frauen europaweit angestiegen – kein Wunder, Stress ist ja einer der Risikofaktoren für einen Herzinfarkt. Aufgrund dieser beunruhigenden Tendenz ist es enorm wichtig, das Herz-Kreislaufrisiko geschlechtsspezifisch zu erfassen.»

Wie können sich Frauen vor Herz-Kreislauferkrankungen schützen?

Frauen unterschätzen oft ihr Risiko für Herzerkrankungen. Beim Herzinfarkt ist dies besonders fatal. Daher ist die Prävention und Früherkennung von Herzkreislauferkrankungen bei Frauen besonders wichtig, insbesondere bei wesentlichen Risiken wie Rauchen, Diabetes, Übergewicht und Depressionen.

Wichtig ist es, das eigene Risiko zu kennen und dabei zu beachten, dass viele der oben genannten Risikofaktoren bei Frauen schädigender sind als bei Männern. Nikotinkarenz, regelmässige körperliche Bewegung (mindestens 150 min. Ausdauersport mittlerer Intensität pro Woche oder mindestens 75 Minuten Ausdauersport hoher Intensität pro Woche) sowie eine gesunde Ernährung (wenig Fleisch, viel Gemüse, Obst, Fisch und Kohlehydrate, Öle mit mehrfach ungesättigten Fettsäuren) sind zudem zentral für ein gesundes Herz.

Zentrum für Präventive Kardiologie

Lipidmessung

Blutzuckermessung

Dr. med. Belinda Nazan Walpoth (r.) im Gespräch mit Konstantinos Koskinas

Besprechung im Team

Besprechung im Team

Dr. med. Noé Corpataux (r.) im Gespräch mit einer Parlamentarierin